Einmal Berlin und zurück

Von Gepostet in - Allgemein am 29. April 2013 1 Kommentare sarah_irina_demospo

Schwer bepackt und voller Vorfreude machen wir uns auf den Weg nach Berlin zur Demo vor dem Deutschen Fundraisingkongress. Auf der sechsstündigen Zugfahrt kommt uns schon der eine oder andere Gedanke, wie unsere Aktion wohl aufgenommen wird.

„Weg mit den Non-Profits“ steht auf unseren Schildern, Postkarten und T-Shirts. Ganz schön provokant, vor allem wenn man damit vor dem deutschen Fundraising Kongress demonstrieren und die Kongressbesucher von unserer Botschaft überzeugen will.

So fühlen sich auch einige Teilnehmer provoziert. Zunächst ernten wir von ihnen kritische Blicke und werden gefragt, was wir denn gegen Non-Profit einzuwenden hätten? Wir klären auf: Das Social Profit Manifest steht für ein Umdenken. Der defizitäre Begriff gehört abgeschafft und durch einen neuen ersetzt. Durch einen, der hervorhebt welchen hohen Wert die Arbeit von gemeinnützigen Organisationen und Sozialunternehmen für unsere Gesellschaft haben. Sie generieren Social Profit!

Die Gesichter erhellen sich. Viele Teilnehmer des Fundraising Kongresses stimmen sofort zu. „Non-Profit“ klinge zu negativ und würde sowieso nicht stimmen. Einige Teilnehmer kommen auf uns zu, fragen nach. Es wird diskutiert. Alternativen wie „All-Profit“ „World-Profit“ oder „Not-for Profit“ werden vorgeschlagen. Andere wünschen sich einen deutschen Begriff. Manche würden es auch gerne bei NPO belassen. Wir freuen uns über das rege Interesse.

Auch wenn nicht alle unserer Meinung sind, die Zustimmung ist groß. Viele sind begeistert von der Idee und der Aktion. Wir haben erreicht, dass Branchenvertreter sich Gedanken machen und mit diskutieren. Das Thema wird noch nachhallen. Uns wurde berichtet, dass der deutsche Fundraising Verband es in ihren Nachgesprächen aufgreifen will. Genauso wichtig war uns das Signal, dass einige Organisationen  ab heute auf Social Profit unstellen werden.

Wir sind begeistert und machen auf jeden Fall weiter!

(1) Besucher(innen) sagen dazu:

  • Hilmar Sturm - Antworten

    2. Mai 2013 um 12:53

    “Non-profit” ist in der Tat “negativ”. Aber es ging auch nur darum, für wissenschaftliche Zwecke einen Überbegriff zu finden, der Vereine, Stiftungen, gemein- und auch GRUPPEN-nützige Organisationen umfasst.
    Nicht alle davon können wirklich als “social” bezeichnet werden. Natürlich sieht sich der Verband der Automobilindustrie oder das Atomforum als gemeinwohlorientiert und sozial. Aber ich denke, das würden manche Hilfsorganisationen und der VdK anders sehen.
    Mein Vorschlag: Jede Organisation sagt, was sie selbst tut. Sie braucht in aller Regel keine Schublade.
    Ob non- oder social oder all oder sonst ein “profit” – in vielen Ohren klingt “profit” eben kommerziell und eigennützig (“Profiteure”, “Profitmacherei”, …). Man sollte also daran denken, auch die zweite Hälfte des Wortes zu ersetzen.
    Vielleicht kommt man dann zum Begriff “bedarfswirtschaftlicher Betrieb” oder sogar zum alten Gemeinwirtschaftsbegriff zurück? Oder man findet etwas Neues.

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