Das Social Profit Manifest

Von Gepostet in - Allgemein am 11. Juli 2012 13 Kommentare manifest_teaser

Das Social Profit Manifest dient zur Abschaffung einer weit verbreiteten  und wie wir meinen irreführenden Bezeichnung: “Non-Profit“ Organisationen. Es ist an der Zeit, die Bezeichnung NPO von unserer Agenda zu streichen und ihn durch Social-Profit Organisation oder kurz SPO zu ersetzen. Jede Organisation kann beim Umdenken mit helfen. Stellen Sie um!

Liebe Kolleginnen und Kollegen aus Stiftungen, sozialen Trägern, Organisationen, Verbänden, Vereinen und Initiativen,

Sie sind die größten Arbeitgeber des Landes und gestalten die Gesellschaft in der wir leben auf die vielfältigste Art. Mit ihrer Arbeit schaffen sie jeden Tag beachtliche soziale Werte. Ihr Ziel ist nicht der monetäre Gewinn, sondern der Gewinn für die Menschen in unserer Gesellschaft.

Von Ihrer Arbeit profitieren wir alle. Unsere Welt ist durch Ihren Einsatz  eine menschlichere Welt. Sie sind keine Lückenfüller unserer Gesellschaft die entschuldigend vor sich her tragen müssen, dass Geldvermehrung nicht zur DNA ihrer Organisation gehört. Lassen Sie sich daher nicht länger als „Non-Profit-Organisationen“ bezeichnen. Sie sind vielmehr Social-Profit-Organisationen!

Wir wünschen uns, dass es auf dieser Welt bald nur noch Organisationen und Unternehmen gibt, deren primäres Ziel es ist, sozialen Nutzen zu generieren – statt ausschließlich den monetärne Gewinn zu maximieren. Wir brauchen Organisationen und Unternehmen, die die Welt lebenswert und liebevoll gestalten und die zum Gemeinwohl beitragen: Social-Profit-Organisationen.

Liebe Social Entrepreneurs in Sozialunternehmen, finden auch Sie sich unter diesem neuen Begriff ein. Lassen Sie so einen übergreifenden Ethos des Wirtschaftens entstehen und den sozialen Profit zur Maxime unseres Handelns und unserer Sprache werden.

Jede einzelne Organisation und jeder einzelne Unternehmer kann beim Umdenken mit helfen. Stellen Sie um!

Oliver Viest und das <em>faktor Team

Bitte leiten Sie dieses Manifest weiter, nutzen Sie dazu unsere Social Media Funktionen am Ende der Seite. Dieser Url verweist direkt auf diese Seite:

www.spo-manifest.de

Sie haben umgestellt? Schreiben Sie das, mit dem Link auf Ihre Website, in das Kommentar-Feld. Oder mailen Sie uns Ihren Link oder Ihr neues Kommunikationsmaterial. Wir erstellen eine Chronik des Umstiegs. Mehr Infos bald hier.

(13) Besucher(innen) sagen dazu:

  • Jens Martignoni - Antworten

    11. April 2014 um 13:08

    NPO ist eine Abgrenzungsdefinition von den (sich wohlgemerkt selbst nicht so nennenden) PO = die Unternehmen. Diese bilden DIE Wirtschaft und haben die alleinige Definitionsmacht über Begriffe in diesem Bereich erobert. DIE Wirtschaft ist unsere Lebensbasis, die gehegt und gepflegt werden will.
    Widersprüche oder gar Fundamentalbetrachtungen gefährden in erster Linie deren reibungsloses Funktionieren und sind somit unerwünscht.
    - Mit NPO zeigt man also als erstes an, dass man Nicht so ganz dazugehört und zweitens einen Bereich bildet wo nette Menschen arbeiten, die keine grosse Ahnung von WIRKLICHER Wirtschaft haben.
    - Mit SPO stellt Ihr nun das Wirtschaftsverständnis per se in Frage. Der Haupt-Widerstand ist also nicht die NPO-Welt (höchstens in deren Bequemlichkeit, Opportunismus oder berechtigter Angst vor dem
    Challenge). Sondern: Die per se Wirtschaft ist eigentlich der Adressat, die nämlich dadurch auch definiert wird als NSPO (Non-Social Profit Organizations), was den entsprechenden Herren natürlich nicht gefallen würde, was aber meiner Meinung nach zu Eurer Kampagne dazukommen sollte.
    - SPO, das ist die selbstverständliche, gesunde, Zukunftswirtschaft;
    - NSPO oder vielleicht sogar SLO (Social Loss Organizations) wäre der rückständige, gemeinschaftsschädigende und zu überwindende Rest…..

  • Inco - Antworten

    10. Dezember 2012 um 18:59

    Deutsche gemeinnützige Organisationen erwirtschaften im Prinzip keine Überschüsse. Tochtergesellschaften in Form von gemeinnützigen Zweckbetrieben haben hingegen eben diesen Zweck und sollen die Mutter nähren – eine notwendige Hintertür.
    Schwankungen des Bedarfs, der Belegung oder Spenden ganz ähnlich der Marktwirtschaft werden rechtlich verschärft, denn sobald eine gemeinnützige Unternehmung Rücklagen bildet – ein wesentliches Kriterium nachhaltigen unternehmerischen Handelns, riskiert sie ihre steuerrechtliche Gemeinnützigkeit. Soziale Organisationen sind somit ähnlich staatlichen zu unverantwortlichem Risikoverhalten und Mittelverschwendung angehalten und befinden sich entsprechend häufig in der Auflösung.
    Auch meint der Begriff “Profit” nicht per se Geldausschüttung an Privatpersonen oder Verdrängung und “Non-Profit” ist kaum das Bestreben irgendeines Unternehmens, ungeachtet der Definition und Verwendung des Profits, sondern paradox.

    Vielmehr steht hier Private-Profit versus Social-Profit.
    Auch eine “SPO” muss wirtschaftlichen Sachverstand beweisen, um ihrerseits soziale Förderung zu rechtfertigen (“Spenden-Siegel”) – Überschüsse sind also stets wünschenwert und zu berücksichtigen statt auszuschließen. Hierdurch sind vergleichsweise risikofreie Grenzen gesetzt.

    Der Begriff des Social-Profits grenzt ab, was stets Unternehmensziel sein muss, aber nicht ist:

    - Die SPO nutzt der Gemeinschaft und erhält darüber hinaus sich selbst, nicht umgekehrt.
    - Verdrängung von Vergleichbarem nutzt nicht der Gemeinschaft – auch nicht im Sozialbereich.
    - Wo kein Bedarf ist, muss auch keiner geschaffen werden – auch nicht im Sozialbereich.

    Förderung und Nachlässe sind also dynamisch, abhängig von der (sozialen) Bilanz.
    Gemeinnützigkeit dagegen vom Unternehmensziel: eine SPO bleibt eine SPO.

    Eine begriffliche Anpassung wäre daher m.E. ein Schritt in die richtige Richtung für alle Unternehmen.
    “Profit” und “benefit” sind im sozialen Kontext wohl gleichbedeutend. Ob “gemein nützig” oder “social profit”, letzteres lässt sich zumindest international und in fließendem Übergang verwenden.

  • Michael E.W. Ney - Antworten

    2. August 2012 um 16:08

    Ich finde den Begriff einfach erstmal überzeugend. Weg vom Denken einer defizitären Definition des Selbst – hin zu einer positiven. Gerade für das Freiwillige Soziale Jahr ein Treffer auf den Punkt!

  • [...] für ein Umdenken und eine Abschaffung des Begriffs der Non Profit Organisation. In seinem Manifest spricht er sich für die Einführung eines modifizierten und allgemeinen Begriffs aus: Social [...]

  • Hilmar Sturm - Antworten

    26. Juni 2012 um 19:01

    Also:
    “Nonprofit” kann heißen:
    - Gewinn ist nicht das Oberziel
    - Gewinne werden nicht ausgeschüttet (“Ausschüttungsrestriktion”)
    Eher nicht: Gewinne werden nicht gemacht.

    In einer Betrachtung über die Dauer der Existenz einer Organisation bleibt es aber dabei, dass kein Gewinn gemacht wird, weil er sonst ausgeschüttet werden müsste. Es kommt auf den Zeithorizont an.

    Aber das sind, gebe ich zu, akademisch-betriebswirtschaftliche Beckmessereien.

    Gesellschaftlich etwas bewegen wollen auch die “Nationaldemokraten”. Schaffen sie deshalb “social profit”?

    Ich glaube, wir kommen nicht um eine BEWERTUNG herum. Wer macht die aufgrund welcher Kriterien?

  • Silvia Starz - Antworten

    26. Juni 2012 um 10:48

    Lieber Oliver,

    es wird Zeit, dass die Diskussion zu dem nicht mehr zeitgemäßen Begriff Non-Profit-Organisationen angestoßen wird.

  • Ehrenfried Conta Gromberg - Antworten

    21. Juni 2012 um 10:49

    Hallo Oliver,
    danke für Deinen Anstoß. Wir haben bei uns eine Runde diskutiert, ob und wie SPO.
    Die Ergebnisse sind hier zu finden:
    http://www.spendwerk.de/wp/2012/06/social-profit-manifest/

    Wir dort schon gesagt: Halte uns auf dem Laufenden.
    Danke für Deinen vertieften Fragekatalog. Den müsste man entlanggehen.

    Welche Deiner Fragen sind bereits an anderer Stelle gestellt / beantwortet?
    Wie gehst Du z.B. mit dem Social Reporting Standard um?

    Ehrenfried Conta Gromberg

  • Dom - Antworten

    19. Juni 2012 um 19:48

    Sozial-Profit erinnert mich irgendwie an Sozialkapital. Damit wird auch nicht das generelle Mißverständnis gelöst, dass es eigentlich not for profit heißt, also durchaus Gewinne erwirtschaftet werden können und müssen. Social Profit ließe auch die Interpretation zu, dass aus sozialen Belangen Profit geschlagen wird.

  • [...] Wir zitieren aus seinem Social Profit Manifest: [...]

  • [...] von CSR-Projekten Gemeindemenschen: “Ohne Ehrenamtliche läuft hier nichts” Themenwertstatt: Das Social Profit Manifest Hannes Jähnert: Zukunft des freiwilligen Engagements Teil 4 netzwerkPR: NPO-Blogparade zu den [...]

  • Hilmar Sturm - Antworten

    15. Juni 2012 um 22:56

    Der Begriff “Non-Profit-Organisation” ist in der (Wirtschafts-) Wissenschaft eingeführt worden, um einen Überbegriff zu haben. Niemand ist verpflichtet, sich so bezeichnen. Gemeinsam ist den NPO, dass sie nicht hauptsächlich zu Erwerbszwecken bestehen. Das heißt aber noch nicht, dass ihre Zwecke mehr oder weniger “sozial” wären als die der Erwerbsorganisationen.

    Es ist ja ein Unterschied, ob man einen Begriff für eine wissenschaftliche Untersuchung oder zu Marketingzwecken braucht. Ich würde ja jeder Organisation empfehlen, sich als das zu bezeichnen, was sie ist, und das zu sagen, was sie tut. Wenn z. B. eine Stiftung Tierschutz betreibt, soll sie sich als Tierschutz-Stiftung bezeichnen. Wieso sollte sie sich zusätzlich das Etikett “SPO” anheften?

    Kommt man mit “Social Profit” nicht in ähnliche Schwierigkeiten? Was heißt denn “sozial” in diesem Zusammenhang genau? Wer produziert “social profit” (oder auch “benefit”) – und wer nicht?

    “Social Entrepreneurs” hatte ich bis jetzt so verstanden, dass es sich um beschränkt erwerbswirtschaftliche Betriebe handelt, also durchaus Unternehmer, die auch Geld verdienen wollen, aber eben auf sozialere (anständigere?) Weise als andere (welche?).

    Früher hat die deutsche Betriebswirtschaftslehre von der “Gemeinwirtschaft” gesprochen. Das war so ziemlich das gleiche wie “social profit” – und hat sich nicht bewährt, da der Ausdruck missbraucht wurde von Leuten, die ursprünglich als gemeinwirtschaftlich gedachte Betriebe an die Wand gefahren haben.

    Den Begriff “NPO” ABSCHAFFEN wird man eh nicht können, weil er zu ganz anderen Zwecken noch gebraucht wird.

    Und ich finde es auch blöd, dass “Profit” in unserer Wirtschaftswissenschaft und in unserer Gesellschaft als Normalfall angesehen wird. Viel mehr Arbeit wird unbezahlt als bezahlt geleistet. Allerdings mal eine Frage: Wenn jemand als Krankenschwester in einem “freigemeinnützigen” (amtlicher Begriff!) Krankenhaus arbeitet, ist das dann sozialer als die Tätigkeit einer Krankenschwester in einem “privaten” und erwerbswirtschaftlichen Krankenhaus? Ist überhaupt eine ORGANISATION “sozial” – oder kann das vielleicht sogar nur eine ganz bestimmte Tätigkeit sein?

    Und unter welchen Begriff stellen wir die gruppennützigen Organisationen (wie z. B. Wirtschafts- und Berufsverbände, Betroffenen-Initiativen)? Die passen unter das NPO-Dach, aber nicht unter das SPO-Dach, oder?

    Also grundsätzlich finde ich “sozialen Profit” schön und plädiere auch dafür, vom viel zu weiten NPO-Begriff abzukommen, aber ich weiß nicht, ob SPO diese Probleme löst oder nicht dem NPO-Begriff in seiner Unschärfe zu ähnlich ist.

    Viele Grüße!

  • Dr. Oliver Viest - Antworten

    15. Juni 2012 um 15:51

    Ich habe auch lange darüber nachgedacht, über wir den “Profit” im Namen überhaupt brauchen. Und ich bin zu dem Schluss gekommen: Vorerst ja. Und zwar aus dramaturgischen Gründen. Wir benötigen (zumindest in der Übergangsphase) einen Begriff der Altes aufbricht, unser bisheriges Denken spiegelt. Ich finde es stark, den nicht unproblematischen Begriff Profit ganz bewusst von seiner Sonnenseite zu beleuchten und mit dem Wort “Social” neu aufzutanken. Gerade das ist ja eine zentrale Botschaft, zumindest für die Transformationsphase weg vom “Non”. Vielleicht etabliert sich in 10 Jahren dann auch eine ganz neue Bezeichnung? Die Diskussion darüber ist jedenfalls eröffnet. :)

  • Jona Hölderle - Antworten

    12. Juni 2012 um 09:37

    Warum dann aber bei dem Begriff Profit bleiben, der gerade im Deutschen gerne missverstanden wird. Dadurch bleibt man in der Lückenfüller Ecke, die sich vom Profit abgrenzt. Ich finde die Bezeichnung der gemeinnützigen Organisation da schon sehr gut, auch wenn es dazu keine annerkannte, gute Abkürzung gibt. Und wenn es englisch sein soll, und man vom rechtlichen Status “gemeinnützig” abkommen will, würde ich Social-Benefit-Organisation nehmen. Denn um den Nutzen geht es ja eigentlich. Beste Grüße
    Jona

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